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Manchmal kommt es anders, als man denkt!
In diesem Fall hat es sichl bewahrheitet, dass nicht jeder Hufschuh an jedes Pferd passt!
Auch so etwas passiert....zum Glück sehr, sehr selten:
Fazit: Renegade Hufschuhe wird es demnächst auch bei uns geben!
Sehr geehrter Herr Weißenborn,
gerne komme ich Ihrer Bitte nach und schildere unseren Weg zu Hufschuhen.
Unser Pferd ist eine inzwischen 9jährige Traberstute, die wir vor einem Jahr vorn beschlagen und hinten unbeschlagen gekauft haben. Also ein Rennpferd…. Sie bietet einen sehr starken Schritt (7 bis 9 km/h), natürlich Renntrab (das folgende Fahrrad wurde bei 30 km/h abgehängt), aber auch Galopp. Wir reiten Sie freizeitmäßig vor allem im Wald und, wenn es geht, auf Wiesen und Feldern. Zur Ausbildung muß sie manchmal auf den Reitplatz. Die Waldwege sind oft mit Splitt versehen, überall finden sich Steine – insgesamt also sehr abrasive Wege.
Das hat sich auch sehr schnell am Beschlag bemerkbar gemacht (unbeschlagen ging ja mal gar nicht). Wir haben Eisen probiert und Kunststoffbeschlag (da sind wir vorn auch geblieben).
Hinten hat sich die Stute immer wieder den Beschlag abgerissen – die Hufe sahen entsprechend aus. Im Dezember 2008 haben wir uns entschlossen, den Beschlag hinten wegzulassen, mit dem Ziel, bei Ausritten Hufschuhe zu verwenden.
Rückblickend war es nicht verkehrt, das in der Winterpause zu machen, da wir doch einige Zeit gebraucht haben, bis die passenden Hufschuhe gefunden waren.
Wir haben das Pferdchen also fotografiert und die Hufe gemessen und alles zu HSW
geschickt und recht schnell das dicke Paket mit den Empfehlungen zurückbekommen.
Die erste Empfehlung waren die Marquis-Hufschuhe (davon gibt es leider kein Foto).
Diese sahen vernünftig aus, waren für uns Laien benutzbar (An- und Ausziehen hat ohne Probleme funktioniert) und passten auch erstmal. Beim Schritt stellte sich aber schnell heraus, dass die Paßgenauigkeit nicht ausreichend war: unsere Stute dreht
das linke Hinterbein beim Abfußen und verdreht dadurch den Schuh. Die Innenseiten der Hinterhufe schliffen sehr häufig, was aber nicht am Schuh liegt, sondern am Pferd.
Die zweite Empfehlung waren die Old Macs. Die passten nicht richtig, verdrehten sich noch stärker und würden möglicherweise reiben (siehe Foto).
Die dritte Empfehlung waren Dallmer-Clogs. Die Idee, Hufschuhe anzubieten, an die dann der Beschlag nach Wunsch angebracht werden kann, finde ich sehr gut. Allerdings bezweifelten wir (auch in Rücksprache mit unserem Hufschmied), dass mehr als zweimal einen Beschlag befestigt werden kann. Gegen ein längeres Ausprobieren habe ich mich dann ausgesprochen, da ich mich mit den innenliegenden Nieten, die doch 2 bis 3 Millimeter herausragen und die Gurte halten, nicht anfreunden konnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das angenehm fürs Pferd ist.
Zwischenzeitlich haben wir uns auf anderem Weg Renegade-Hufschuhe besorgt.Herr Weißenborn empfahl sie uns nicht, da er der Meinung war, dass sie nicht lange halten weil sie sehr weich sind und sich auch verdrehen(wegen unserer harten Wege).
Besonderheit ein Huf an der Hinterhand dreht sehr stark.
Die Renegades passten gleich von Anfang an. Das Material wirkt tatsächlich so, als würde es nicht viel aushalten (fühlt sich an wie Hartgummi) – aber vielleicht ist das sogar von Vorteil.
- Wir haben inzwischen auch gelernt, dass die relativ kleinen, ovalen Hinterhufe unseres Pferdes natürlich Schwierigkeiten mit runden Hufschuhen haben müssen.
- Dem kommen die Renegades mit ihrer von vornherein ovalen Form entgegen.Die Art der Befestigung wirkt im ersten Moment nicht so, als würde es funktionieren.
Aber es funktioniert. An- und Ausziehen geht ohne Probleme. Wir experimentieren immer noch ein bisschen mit dem Festziehen des unteren Gurtes. Nach jeder Hufbehandlung fühlt sich das (logischerweise) immer etwas anders an. Beim oberen Gurt geben wir bei unserem Pferd immer drei Finger Luft (statt der empfohlenen zwei entweder haben wir nicht so dicke Finger oder das Pferd ist anders gebaut).
Wir haben auch ein bisschen Statistik betrieben (es wurde inzwischen März): 1.3. – 10.5. ca. 200 km mit den Hufschuhen (dazwischen immer mal auch Barfußrunden zum Abhärten) – danach habe ich die Zehenriemen gewechselt bis heute (27.5.): 265 km. Der Draht zeigt erste Auflösungserscheinungen und muß gewechselt werden. Der obere Riemen muß auch gewechselt werden. Die Polsterung ist in Ordnung. Das Sohlenprofil ist noch zu erkennen, aber es hat schon eine ganze Menge Abrieb. Sonst ist außer Verfärbungen am Schuh selbst kein
Verschleiß erkennbar. Unser Pferd streift oft beim Gehen die Hinterfüße aneinander die Striemen sind am Gelenk des Ballenhalters zu sehen, aber so geringfügig, dass diie Funktion nicht beeinträchtigt wird.
Bisher ist der Hufschuh erst zweimal abgegangen. Das erste Mal hing er beim Galopp noch am Hinterbein. Wir gehen davon aus, dass sich der Schuh bei vorheriger Durchquerung einer sumpfigen Stelle gelockert hat. Beim zweiten Mal geschah es beim Angaloppieren aus dem Stand. Er flog gleich
nach dem ersten Abfußen des Hinterbeins in hohem Bogen weg. Meine Vermutung ist, dass es eine Kombination aus starkem Antritt bei gleichzeitiger Drehung und vorheriger Hufbearbeitung die Ursache war.
Mißtrauisch beäugt wird von uns noch, dass sich immer wieder mal Steinchen (2-5 m) im Schuh finden. Einen Schaden an der Hufsohle oder eine Beeinträchtigung beim Laufen haben wir noch nicht festgestellt. Auch die Hufpflegerin hat nichts dazu gesagt.
Kommentar zum Foto: Ein solcher Verschmutzungs- und Beanspruchungszustand
stellt kein Problem dar. Allerdings müsste der Ballenhalter enger herangestellt
werden. Die Bügel, in die der Klettverschluß des Zehenriemens hineingreifen,
müssen viel weiter außen liegen, um die Zunge richtig andrücken zu können.
Fazit:
Für die ovalen Hinterfüße unseres Trabers ist der Renegade ein geeigneter
Hufschuh.
Lieber einmal mehr ausprobieren als einen faulen Kompromiß einzugehen. Deshalb war bei mir der Winter/das Frühjahr ein geeigneter Zeitraum.
Irina Bremerstein
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung unter:
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