Home Wissenschaftliche Berichte

Zuletzt veröffentlichte Beiträge

Beliebeste Artikel

Wissenschaftliche Berichte


Hsw Consulting Ltd &CoKG

Zusammengetragen von Julia Baumgarten

Inhaltsverzeichnis

  1. Intention Wissenschaftlicher Zusammenfassungen
  2. Auch der Hufschutz geht mit der Zeit
  3. Hufschutz, stetige Weiterbildung und Veränderung
  4. Hufschuhhersteller erforschen Gesamtzusammenhänge
    1. Firma Marquis -Tiermediziner und Biomechaniker arbeiten zusammen
    2. Firma Dallmer – Auswirkungen am mit Eisen beschlagenem Huf
    3. Firma Swiss-Horse – Eine Alternative zum Hufeisen
  5. Die Alternative zum Hufbeschlag
    1. Gesundheits - Aspekte Eigenschaften und Vorteile von Hufschuhen
    2. Eignung und Verwendung von Hufschuhen
  6. Wissenschaftliche Grundlagen von Frau Dr. H.Strasser
  7. Der Pferdehuf und die Auswirkung verschiedener Beschläge auf die Hufmechanik
  8. Probleme bei der Umstellung vom Hufeisen auf das Barhufreiten bzw. das Reiten mit Hufschuhen

1. Einleitung/ Vorwort

Uns ist es ein besonderes Anliegen, Pferdebesitzer und Reiter dazu zu bewegen, über bisherige Traditionen, sich eingeschlichene so wie gefestigte Meinungen nach zu denken und sich auf Neues einzulassen. Sei es, das Nachdenken an zu regen oder Gewohnheiten zu überdenken. Begeben Sie sich auf eine Reise der zeitlichen Entwicklung. Die Technik stellt ein ständiges Gebiet der Weiterentwicklung und Forschung dar. Betrachten Sie Dinge und Sachverhalte kritisch und reflektieren Sie feste Bestandteile.

Die hier zusammengestellten Berichte sollen einen Einblick in eine andere Materie als die des traditionellen Eisenbeschlags ermöglichen und aufzeigen dass besonders in den vergangenen Jahren auch hier sehr viel geforscht und ergründet worden ist. Menschen denen es nicht egal ist was an und in den Hufen unserer Pferde und damit verbunden dem gesamten Pferd geschieht.

2. Auch der Hufschutz geht mit der Zeit

In einem Zeitalter der Wissenschaftlichen Entwicklungen und dem damit zusammenhängenden Wirtschaftsboom ist selbst das Thema Hufschutz enthalten. Die Beschlagsmethode mit Eisen ist sicherlich nicht immer auszuschließen aber wir sind davon überzeugt, das eine Vielzahl von Reitern an dieser alten Tradition festhält und neuere Arbeitsgegebenheiten immer noch wenig Anklang findet. Dies stellt sich in unserem Arbeitsalltag immer wieder so dar. Jedoch lässt sich ebenso gut sagen, dass immer mehr Reiter und Pferdefreunde ihr Wissen erweitern und bereit sind neue Wege ein zu schlagen. Oftmals stehen dabei leider immer noch erst dann Veränderungen an, wenn es aus Gesundheitlichen Gründen seitens der Pferde nicht mehr anders möglich ist. Hier stellt sich die Frage „Wieso erst dann?“ Es hätte gar nicht erst bis dahin kommen müssen. Dies soll keine Provokation darstellen. Vielmehr eine Zusammenbringung bestehender Tatsachen sein, unter der Prämisse was qualitativ das Beste für das einzelne Team (Pferd und Reiter) darstellt. Die Kostenfrage spielt hierbei ebenso eine wichtige und entscheidende Rolle.

Brainstorming: Eisen, Kunststoffbeschläge, Kombibeschläge, Hufschuhe und Barhuflaufen, Spiegel der Gesundheit, Hufeigenschaften, Auswirkungen auf Gelenke/ Sehnen undBänder, Haltungsformen, Laufverhalten und -eigenschaften der Pferde ….

3. Hufschutz – stetige Weiterbildung und Veränderung

Geschichtliche Entstehung des Hufschutzes in Form von Eisen und Hintergründe

Ausschlaggebende Faktoren liegen verankert in technischen und ökonomischen Gegebenheiten zu früheren Zeitpunkten. Natürlich auch weil es keine anderen Materialien gab griff man zurück auf die, welche vorhanden waren. Damals war das Material welches zur Verfügung stand eben nur das Eisen und damit der genagelte Eisenbeschlag. Ein Material welches für die Manschen früher zu bearbeiten gewesen ist.

Ein kurzer Rückblick in die Vergangenheit!

Damals als Burgen über Wochen und Monate belagert wurden, und Pferde das einzige Fortbewegungsmittel für den Menschen waren, musste einfach ein Hufschutz her, unter dem die Hufe zum Teil ihren Schutz fanden wenn die Pferde in Mist und Matsch des Burginneren verharrten. Holzkeile zum Schutz fanden dort nur bedingt ihren Einsatz. Eisen war da einfach die bessere Alternative, damit die Pferde reitbar blieben.

Heute in der Zeit in der das Pferd fast ausschließlich Freizeitpartner des Menschen ist und die Technik andere Möglichkeiten bietet, sollte der genagelte Eisenbeschlag überdacht werden. Denn die Bedeutung ist einfach nicht mehr die von vor Jahrhunderten. Die Nutzung der Pferde hat sich grundlegend verändert. Die Handhabung des veralteten Hufbeschlages ist jedoch geblieben.

Veränderungen der Nutzung des Pferdes

Früher

Einsatz als Arbeitstier oder beim Militär

10-12 und mehr Stunden täglich schwerer Arbeitseinsatz -> Eisenbeschlag

Heute

Pferde dienen als Sport- und Freizeitpartner

Etwa 1-2 Stunden täglich Einsatz in Reitbahn, Reithalle oder Gelände

Verbleibende Zeit: Boxen oder Offenstallhaltung meistens Eisenbeschläge

(zu 3. Auszug aus einem Prospekt der Firma Marquis)

Hufschuhe von HSW Hufschuheteam


Genau hier sollte gedanklich angesetzt werden, Grundsätzlichkeiten überdacht und mit der Überlegung gespielt werden was zeitgemäßer ist!
Wäre es nicht Zeitgemäß das Pferd würde nur dann einen Hufschutz tragen, wenn es tatsächlich erforderlich wird. In der restlichen Zeit geht das Pferd barfuß (z.B. in Box, Offenstall, Koppel, Reithalle, Ausritten…).

4. Hufschuhhersteller erforschen Gesamtzusammenhänge

4.1 Firma Marquis -Tiermediziner und Biomechaniker arbeiten zusammen

Die Firma Marquis erfasste ein Ergebnis durch erfolgreiche Zusammenarbeit von Tiermedizinern und Biomechanikern. In klinischen Studien wurden mit der Hilfe eines neuartigen Messverfahrens (Computerkinematograpfie) die Gleit - und Stopp Eigenschaften des Eisenbeschlages, des Barhufes und der Hufschuhsohle ihres Marquis supergrip (Hufschuh) verglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden dazu verwendet zu belegen, dass Kunststoffsohlen von Hufschuhen so entwickelt sind, dass diese den Gleit- und Stoppeigenschaften eines Barhufes am ehesten entsprechen.

Gewonnene Messungen stellen für die Firma Marquis die Grundlage für eine ständige Verbesserung und Weiterentwicklung ihrer Hufschuhe dar.

Nach den dabei gewonnen Erkenntnissen kann gesagt werden, dass der genagelte Hufschutz aus der Sicht einer gesunden Pferdehaltung oft keinen Sinn macht.

Hufschuhdiagnose

4.2 Firma Dallmer – Auswirkungen am mit Eisenbeschlagenem Huf

Jeder Pferdebesitzer und Reiter kennt die immer häufiger verbreitete Hufkrankheit Hufrehe. Als Rehe bezeichnet man eine ausgedehnte, nicht eitrige Entzündung der Wandlederhau, die an allen Hufen, oftmals an den vorderen Hufen verstärkt, auftritt.

Um den Pferden die Rehamaßnahme zu verbessern, werden die Trachten erhöht und somit angehoben. Dies führt dazu, dass die Zugwirkung der tiefen Beugesehne zu verringern, um somit die Belastung in die weniger erkrankten Gefäßbereiche der Trachten und Eckstreben zu verlagern und die entzündete Hufbeinspitze vor Druck zu schützen und zu entlasten. Die Firma Dallmer bietet ein breites Spektrum von Klebeschuhen, anschraubbaren Keilen und Fixiergurten an.

Diese geben die Möglichkeit, das Pferd nach Abklingen der Entzündung nach und nach ohne Probleme wieder herunter zu stellen um einer Sehnenverkürzung entgegen zu wirken und die normale Parallelität zwischen Horn- und Hufbeinwand wieder her zu stellen.

Die Firma Dallmer hat in Zusammenarbeit mit der Universität Bochum und der Technischen Hochschule Osnabrück elektronische Messungen durchgeführt. Diese belegen eindeutig dass der Dallmer Hufschuh den natürlichen Mechanismus des unbeschlagenen Hufes nicht wesentlich beeinträchtigt, da dieser dem Huf einen wesentlich größeren Spielraum gestattet als die konventionell angenagelten Hufeisen.

Trachtenausdehnung

Messungsskala

Oszillogramme der Breitenänderung im Trachtenbereich mit angeklebtem DALLMER-Hufschuh

Oszillogramme der Breitenänderung im Trachtenbereich



Trachtenhochstellung

Dieses Schaubild zeigt, bei einem Rehepferd wird die Mehrbelastung der Trachten auch ohne Erhöhung dieser deutlich. Werden bei einem Rehepferd diese noch erhöht, verändern sich die auf den Huf wirkenden Kräfte weiterhin zum Vorteil einer Zunahme der Kraft im Trachtenbereich. Die Hufkraft im Zehenbereich (Hufspitzenbereich) nimmt ab. Die erhöhten Trachten bei Rehepferden entsprechen den erhöhten Trachten von lahmfreien Pferden.

Mit einem Diagnoseschuh konnte wissenschaftlich festgestellt und bewiesen werden, dass der geklebte Dallmer-Schuh den Hufmechanismus weniger einschränkt als der herkömmliche Beschlag mit Hufnägeln, welcher durch einen Trachtenkeil die tiefe Beugesehne entlastet und den Zehenbereich zum Schweben bringt.

Die richtige Hufstellung

Vorne ~ 50° und hinten ~ 55°

Die Winkelung des Hufes ist von großem Einfluss auf den Gang, die Sehnen und den Hufsohlen-Verschleiß. Die Tatsache, dass etwa 90% der Reitpferde spitzzehig sind, daher die Zehe zu lang und die Trachten zu kurz sind, ist Ursache für vielerlei Huferkrankungen wie beispielsweise Hufrollenentzündungen, Spatlahmheit, Sehnenentzündungen.

Die Druckbelastung auf das Strahlbein ist umso höher je länger die Zehe ist. 45° so wie es in den meisten Lehrbüchern immer noch angegeben wird also verkehrt.

Die richtige Hufstellung


Die Hufstellung, die das Pferd mit einer zu spitzen Zehe im Sand einnimmt, sollte für die Zukunft ein roter Faden in der Hufbearbeitung sein.

4.3 Firma Swiss-Horse Die Alternative zum Hufbeschlag

Das Pferd braucht keine Hufeisen mehr. Die Schweizer Armee nutzt den Swiss Horse Boot. Dieser hat sich bei Ihnen bewährt. Das Pferd kann barhuflaufen und wird ein Hufschutz benötigt, so kann er benutzt werden.
Bei Hufkrankheiten kann der Schuh nach medikamtentöser Behandlung benutzt werden.
Der Huf ist geschützt und der Heilungsporzess kann somit beschleunigt werden.

5. Die Alternative zum Hufbeschlag

Immer noch finden Hufschuhe wenig Verwendung bei Reitern. Dabei stellen sie keine schlechte Alternative zum konventionellen Hufbeschlag dar. Sie eignen sich nicht nur als vorübergehenden Hufschutz und als Rehamaßnahme für geschundene Hufe sondern ebenso gut als Gebrauch beim Reiten. Hufschuhe sind sicherlich nicht für jeden Reiter die Ideallösung, aber sie ermöglichen besonders Freizeitreitern, deren Pferden neue Möglichkeiten und macht unabhängiger vom Hufschmied.

5.1. Gesundheits Aspekte - Eigenschaften und Vorteile von Hufschuhen

Auswirkungen eines mit Eisen beschlagenen Huf auf die Durchblutung der Beine

Wärmebildaufnahmen belegen die geschwächte Durchblutung bei mit Eisen beschlagenen Pferden!

Bildnachweis von INFRATHERM, Alternative Pferdeheilkunde und Pferdehaltung, Bruno Weber, Tierheilpraktiker/ Thermograph, CH-5742 Kölliken, Schweiz, Tel.: 064/ 403854

 
  Wärmebildaufnahmen belegen die geschwächte Durchblutung bei mit Eisen beschlagenen Pferden!

Die beiden folgenden Infrarotbilder zeigen ein und das selbe Pferd (unterschiedliche Perspektiven), beschlagen und 6 Monate später, unbeschlagen!
Bei dieser Aufnahme eines unbeschlagenen Pferdes sind deutlich die rotorange und gelben Bereiche der Hufe und Beine zu erkennen, was auf eine gute Durchblutung der Hufe schließen lässt.

 
  Wärmebildaufnahmen belegen die geschwächte Durchblutung bei mit Eisen beschlagenen Pferden!

Bei der Aufnahme neben dran, ist das selbe Pferd noch beschlagen gewesen. Die dunkelblauen Bereiche an den Hufen weisen eine wesentlich schlechtere Durchblutung auf als bei dem selben Pferd ohne Beschlag. Eine gute Durchblutung der Hufe wirkt sich positiv auf die Qualität und dasWachstum des Hufhorns aus.

Störungsfreier Bewegungsablauf

Bei vielen beschlagenen Pferden kommt es durch den Beschlag (Gewicht des Eisens, starre Vernagelung mit Teilbehinderung des Hufmechanismus, ggf. fehlende Zehenrichtung, Aufzüge am Beschlag) zum Stolpern. Der „Huf als Tastsinn“ wird in seiner natürlichen Eigenschaft gestört, da kein direkter Kontakt zum Boden möglich ist.
Bei einem Test bei dem Pferde die beschlagen waren, Veränderungen des Laufverhaltens aufweißten (stolpern, schleifen der Zehe, steife Bewegungen in Schritt, Trab und Galopp) traten erst ab dem Zeitpunkt Veränderungen im positiven Sinne auf als man ihnen die Möglichkeit gab sich ohne Beschlag mit einer vom Fachmann angewendeten Barhufpflege zu bewegen.
Grund dafür war, dass der Eisenbeschlag ein wesentlich geringeres Reibungsverhalten als das natürliche Hufhorn aufweist. Fast immer kommt es auf asphaltierten Wegen zum Rutschen oder Ausgleiten der Pferde.
Durch den Einsatz von Hufschuhen werden solche Störungen vermieden. Grund dafür ist das zum einen der Kontakt zum Boden fast erhalten bleibt und das Kunststoff Material der Hufschuhsohlen ähnliche Eigenschaften aufweist wie das Hufhorn.
Bei einem mit Eisen beschlagenen Pferd spricht man auch von Schlittschuhlaufen.

Druckverteilung auf den Huf

Beim Auf- und Abfußen eines beschlagenen Hufes kommt es aufgrund der geringen Auflagefläche, welche sich nur auf den Beschlagsbereich konzentriert zu einer einseitigen Druckverteilung auf den Huf. Der Druck welcher bei Bodenkontakt auf das Eisen ausgeübt wird, wird hauptsächlich im Bereich des Tragrandes und somit der Hufwand weitergegeben. Durch die Mechanik des Hufmechanismus der durch den Eisenbeschlag belastet wird, wird dieser Druck im Huf dazu vorwiegend vertikal weitergegeben.

Bei einem Barhuf liegt die Druckverteilung gleichmäßig auf der gesamten Huffläche. Fußt das Pferd auf, so kommt es dadurch, dass der Huf sich ungehindert ausdehnen kann und durch keinerlei Aufzüge an Beschlägen sowie Hufnägeln eingeengt wird zur Wirkung horizontaler Kräfte (Spreizwirkung/ Abflachen). Diese stellen eine Stoßdämpfung für den gesamten Bewegungsapparat dar.

Die selben Eigenschaften, wie bei einem barhuf laufenden Pferd, treten bei einem Pferd, das mit Hufschuhen geritten wird auf.


Stoßdämpfung von Hufschuhen

Unter Stoßwirkung versteht man die Verringerung des Schlaggewichts beim Aufeinandertreffen zweier Körper aufgrund plastischer und elastischer Verformungen:


- Elastische Verformungen im Huf aufgrund eine voll funktionstüchtigen Hufmechanismus.
- Elastische Verformung der Hufschuhsohle beim Tragen von Hufschuhen.

Untersuchung von der Dämpfungswirkung von Hufschuhen auf hartem Untergrund

Mit einem Rückprallhammer wurde die elastische Verformbarkeit der Prüfkörper getestet.

Als Untergrund dienten:
1. Die Hufschuhsohle
2. Asphaltboden ohne Schutz
3. Erdboden ohne Schutz
4. Hufeisen auf hartem Untergrund

Ergebnisse:


zu 1.
Die stoßdämpfende Wirkung mit Hufschuhen auf hartem Untergrund war dreimal so hoch wie die Stoßdämpfende Wirkung eines mit Eisen beschlagenen Hufes. Diese Ergebnis variierte bei den unterschiedliche Hufschuhtypen zwischen zwei bis sechsfacher stoßdämpfender Wirkung.

zu 2. und 3.
Die stoßdämpfende Wirkung eines Barhufes auf den Boden war acht bis neun mal so hoch.

zu 4.
Die Stoßdämpfung war gleich Null.


Vermeidungen von Hufverletzungen und Huferkrankungen

Mit dem Weglassen des Beschlags und der Verwendung von Hufschuhen lassen sich fast nahezu alle Verletzungen und Erkrankungen sowie Beschädigungen des Hufes verringern.


Entzündungen der Huflederhaut und stehen meist im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Beschlag (z.B. nach übermäßigem Aufbrennen des Beschlages oder durch einen fehlerhaften Beschlag – Vernagelung – Achtung hier gilt zwischen einem Nageldruck = Quetschung der Lederhaut und einem Nagelstich = eindringen eines Nagels in die Huflederhaut, zu unterscheiden).

Zerrungen und Quetschungen der Hufsohle kommen bei beschlagenen Hufen öfter vor als bei unbeschlagenen. Die Ursache liegt hierfür bei der Entstehung dieser. Sie kommen oft durch Fremdkörper zu Stande, die sich zwischen Eisen und Huf festsetzen und vor allem im Trachtenbereich zu Entzündungen führen.

Verletzungen wie Ballentritte und Kronentritte sind bei beschlagenen Pferden meistens schwerwiegender als bei unbeschlagenen

Die Hornqualität wird durch den Beschlag geschädigt. Vor allem beim Aufbrennen wird das Horn trocken und spröde. Nagellöcher beeinträchtigen die naturgegebene Stabilität des Hufes, so dass es oft zu ausgebrochenen Tragrändern kommt. Beim Abtreten eines Hufeisens können sogar große Teile der Hufwand herausbrechen.

Das Auftreten von Rissen in der Hornkapsel wird oftmals durch extreme Spannungen bei fehlerhaften oder zu selten gewechselten Beschlägen hervor gerufen. Ebenso treten diese bei unkorrekter Hufbearbeitung in der Barhufpflege auf. Nur durch das Herunterwachsen der gesunden Hornteile können sich diese Risse wieder komplett schließen, da solche Hornspalten nicht wieder zusammenwachsen können wenn das Pferd nicht in der Balance läuft.

Zusammenhangstrennungen des Hornmaterials im Bereich der einzelnen Schichten der Hornwand vom Sohlenhorn im Bereich der weißen Linie (sog. Lose Wand) treten häufig bei zu lang drauf gelassenen Beschlägen auf. Die zu lang gewachsene Hufwand drückt sich zwangsläufig nach außen weg, so das durch die Verbiegungen zwischen Weichhorn und Harthorn die Verbindung verloren geht.

Zusammenhangstrennungen des Horns als Folge einer Vernagelung können Ursache für die Entstehung von Hornsäulen sein ( = säulenförmige Hornbildungen an der Innenwand der Hufkapsel, die auf die empfindliche Lederhaut drücken).

Diese aufgezählten Hufdefekte, die chronische und/ oder akute Huflederhautentzündungen auslösen können, fallen bei einer korrekten Hufpflege und der Verwendung von Hufschuhen weg.

Bei der Anwendung von Hufschuhen und einer gesunden Barhufpflege fallen chronische Hufleiden so gut wie weg, da viele chronische Hufleiden auf den Eisenbeschlag zurück zu führen sind mindestens wird ihre Entstehung damit vergünstigt.

Ungleiche Druckverhältnisse die oftmals durch den Beschlag entstehen sowohl auch der nicht voll intakte Hufmechanismus führen zu frühzeitigen Abnutzungserscheinungen an den Gelenken, was sich besonders dann wenn die Pferde nicht im Hochleistungssport geritten werden im Alter von 15, 16 und 17 Jahren bemerkbar macht. Ansonsten schon vorher. Diese Abnutung der Gelenke führt häufig zu Arthrose an den zehengelenken.
Bei ständiger Durchblutungsstörungen der Extremitäten kann nicht nur ein vermindertes Hornwachstum, sondern in so manch einem Fall auch eine Entkalkung der Knochen auftreten womit diese ihre Festigkeit verlieren.

Fehlerhafte Beschläge können ebenso zu einer Verknöcherung des elastischen Hufknorpels führen.

Abnormale Hufformen wie der weit verbreitete Trachtenzwanghuf (Einengung der Hornkapsel in der hinteren Hufhälfte), werden durch schlechte oder zu lang am Huf gelassene Beschläge verursacht.

5.2. Eignung und Verwendung von Hufschuhen

Vorübergehender Einsatz
  • Überbrückungseinsatz von zu stark abgelaufenen Hufen oder bei verloren gegangenen Eisen
  • In der Umgewöhnungsphase zum Barhuflaufen
  • Zum Transportschutz und zur Vermeidung von Verletzungen am Huf, Kronsaum… beim Wegrutschen während des Transportes oder Verladen von Pferden.
  • ZurVerhinderung von Verletzungen beim Decken
  • Im Winter zum Vermeiden von Aufstollungen von Schnee und des Wegrutschens bei Eis (durch angebrachte Stollen oder Spikes)
  • Zur medikamentösen oder orthopädischen Behandlung von Hufverletzungen
  • Zur Anwendung von Hufbädern bei langer Trockenheit


Wichtig zu berücksichtigen :
Nur zwei Hufschuhe dürfen bei den beiden letzten Anwendungspunkten länger als mehrere Stunden am Huf bleiben.


Dauergebrauch
  • Hufschuhe eignen sich besonders für den Einsatz beim Freizeitreiten.
  • Für das freizeitmäßige Springreiten sind Hufschuhe ebenfalls empfehlenswert. Sie dämpfen beim Aufkommen nach dem Sprung die Hufe und geben dem Pferd einen sicheren Halt. Aber nicht alle Hufschuhtypen eigenen sich für das Springen.
  • Durch die stoßdämpfende Wirkung sind Hufschuhe ideal für das Fahren mit Kutschen, Schlitten, Planwagen.
  • Auch beim Westernreiten sind Hufschuhe schon benutzt worden.
  • Für das Reiten im Gelände bieten Hufschuhe eine fast optimale Lösung, da sie den Huf vor Abrieb, Steinschlag und Verletzungen schützen. Sie können je nach Beschaffenheit des Bodens und der Hufe sowie Länge des Rittes variabel genutzt werden.
  • Eine Alternative zum herkömmlichen Eisenbeschlag stellen sie auch im Leistungsbereich dar. Für das Wanderreiten, Treckingreiten, Distanzritte bzw. -fahrten.


Nicht geeignet sind Hufschuhe bei Hufformen die abnormal sind und Stellungsfehler aufzeigen (z.B. Knollhuf oder Bockhuf).


(Quellenangabe zu 5.: Gesundheitliche Aspekte -> Hufschuhe – Die Alternative zum Hufbeschlag, Birgit van Damsen und Romo Schmidt, Wissen rund ums Pferd)

6. Wissenschaftliche Grundlagen von Frau Dr. H. Strasser


Wissenschaftliche Grundlagen

Die Natur hat über viele Millionen Jahren beim Pferd einen perfekten Huf mit bestimmten Formen entwickelt.
Die zu erkennenden Prinzipien und Funktionen mit Hilfe wissenschaftlicher Grundlagen (Physik, Physiologie, Histologie, Verhaltensforschung, u.a.) führt zu der angewandten, ganzheitlich orientierten Hufheilpraktik 'nach der Methode Dr. Straßer'.

'Die Methode basiert auf wissenschaftlich anerkanntes Wissen

1. in der Histologie :
  • lebendes Gewebe benötigt regelmäßige Durchblutung
  • lebendes Gewebe benötigt bestimmte Stoffwechseltemperatur
  • Nerven können nur in stoffwechselaktiver Umgebung arbeiten

2. in der Anatomie:
  • das Hufbein eines Equiden muß bodenparallel liegen
  • das Hufgelenk muß im Mittelpunkt über der Hufbeinbasis liegen
  • die Sehnen des Beuge- und des Strecker-Apparates sind bei Ruhe im energieneutralen Gleichgewicht
  • Sehnen werden durch Muskelanspannung zwecks Bewegung verkürzt. Bei anhaltendem Tonus im Stehen kommt es zu Verkrampfungen

3. in der Physiologie:
  • Das Blut wird von Hufen und Gelenken im Bein aufwärts gepumpt. Das geht nur bei Bewegung
  • Produktion von Hufhorn ist mit der Durchblutungsmenge gekoppelt, die von der Bewegungsmenge abhängig ist.
  • Ausscheidung in Form von Hufhorn ist zur Entlastung des Körperstoffwechsels und des Blutes in bestimmter Größenordnung notwendig
4.in der Hippologie
  • das natürliche Verhalten von Pferden besteht zu über 70% aus Bewegung es gibt keinen Tag-Nacht-Rhythmus
  • Hornproduktion und Hornabnutzung sind in physiologischen Einklang
5. in der Physik und Mathematik
  • Hebelwirkungen am schiefen Kegelstumpf führt bei physiologisch korrekter Hufform zur Spreizung, bei unphysiologischer zu Zwangsituationen
  • Die Pumpfunktion ist nur bei Wechsel von Abflachen und Aufwölben der Hufsohle möglich. Bei Fixierung des Gewölbes nicht möglich! '
    ( nach einem internen Artikel, © Dr. H. Strasser)

7. Der Pferdehuf und die Auswirkung verschiedener Beschläge auf die Hufmechanik

Christine Hinterhofer

Forschungsergebnisse erstellt durch die Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Orthopädie bei Huf und Klauentieren, Veterinärmedizinische Universität Wie und dem österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik, Wien. In der Unterstützung vom BM für Land- und Forstwirtschaft und vom BM für Wissenschaft und Forschung.

Der Pferdehuf und die Auswirkung verschiedener Beschläge auf die Hufmechanik

Fehlender Text -> wird noch nachgefügt!

8. Probleme bei der Umstellung vom Hufeisen zum Barhuf Bekannte Hufheilpraktiker, Hufortophäden, Huftechniker und auch Hufschmiede und weniger bekannte Fachleute setzen sich mit dieser Materie immer wieder auseinander und betreiben Studien zum allgemeinen Wohlbefinden der Pferde

Die Namen Dr. Hiltrud Strasser, Biernat und sind vielen ein Begriff. Über sie gibt es immer wieder Berichte, und Aussagen in Pferdezeitschriften sowie in Fachliteratur zu lesen. Es sind Personen welche sich fast tagtäglich mit dem Thema Barhuflaufen beschäftigen. Frau Dr. Hiltrud Strasser beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit dem natürlichen Barhuf und den damit verbundenen vielfältigen Zusammenhängen mit Körper und den Lebensbedingungen.
Hufschmiede und andere Hufexperten in Amerika leisten eine großen Beitrag zu der Entwicklung der Einstellung gegenüber dem Beschlag hier bei uns in Deutschland.
Internetseiten wie beispielsweise www.arianereaves.de zeigen auf das gerade in Amerika das Barhufreiten schon viel weiter fortgeschritten ist als bei uns. Dort laufen Pferde hunderte von Meilen ohne einen Hufschutz. Auf ihren von der Natur darauf ausgerichteten Hufen.

Pferde kommen ohne Beschlag zur Welt! Erst durch das Beschlagen verändert sich die Situation der Hufe für die Tiere. Der Eingriff des Menschen führt erst überhaupt zu dem Problem das Pferde irgendwann auf Barhuf umgestellt werden müssen.
Spricht man vom Problem einer Umstellung auf Barhuf, so bedeutet dies, dass es keine generellen Schwierigkeiten gibt, wendet man eine korrekte Barhufpflege an, sondern es immer wieder ganz individuell betrachtet bei dem einzelnen Pferd zu zeitlich unterschiedlicher Länge des Umstellungsprozesses kommt.

Für viele Pferdebesitzer ist es das Schlimmste, zu sehen, wenn ihre Pferde nach der Abnahme des Beschlages fühlig gehen, lahmen, autschen oder ähnliches zeigen. Dann hört man oft die Aussage

„Mein Pferd kann nicht Barhuf gehen, es ist dafür nicht geeignet“.

Eine Aussage welche zunächst einmal überdacht werden sollte.
Warum ist dies so?
Welcher Grund steckt dahinter?

Ursachen hier für sind von unterschiedlichem Ursprung!

  • Die Hufe bestehen aus einem Horn, welches während der Beschlagszeit gebildetworden ist. Die Hornqualität ist schlechter als bei einem Barhuf. Es besitzt einfach nicht die selben Eigenschaften. Man spricht davon, dass es zu schwach und schlecht ist dafür.
  • Schon daher ist Geduld gefragt, wenn man seinem Pferd auf Dauer gesehen etwas Gutes tun möchte.
  • Nagellöcher haben die Hufwände beschädigt und somit geschwächt.
  • Wichtig ist, dass auf den Feuchtigkeitsgehalt der Hufe geachtet wird. Ansonsten verengt sich der Huf. Es zeigen sich Risse und die notwendige Elastizität welche ein wichtiger Faktor eines gesunden Hufmechanismus ist geht verloren.
  • Bänder, Gelenkkapsel oder zum Teil auch Gelenkflächen müssen sich anpassen.
  • Bei Kunststoffbeschlägen trifft dies nicht zu.
  • Wichtig! Das neu gebildete Horn am Kronrand passt sich zwar direkt der neuen Beanspruchung an, es dauert aber etwa bis zu einem Jahr bis das neue kräftigere Wandhorn bis zum Boden herunter gewachsen ist.
  • Das bedeutet das sich der Huf am zu Beginn einer Umstellung auf Barhuf zu stark abnutzt. Dies kommt jedoch nicht dadurch zu Stande dass das Pferd ungeeignet ist zum Barhuflaufen sondern weil die Hornqualität durch das vorherige Beschlagen geschädigt und somit ungeeignet ist.
  • Die Anfangsphase der Umstellung führt oftmals dazu, das der Reiter unzufrieden wird, weil er sein Pferd wie gewohnt nutzen möchte.
  • Hufschuhe sind eine Möglichkeit dass die Unzufriedenheit eingedämmt, wenn nicht sogar verhindert wird.
 
Wer ist online?
Wir haben 7 Gäste online